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Gemeinde Maisach  |  E-Mail: info@maisach.de  |  Online: http://www.maisach.de

Bürgermeisterbrief

Bürgermeister_neu_08_15

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

 

an den heißen Junitagen war unser Freibad, die Seen in der Umgebung oder einfach nur ein schattiger Bereich in der Natur oder im eigenen Garten ein willkommener Platz zum Erholen.

Gerade an den sehr warmen Tagen erleben wir die Grünstruktur in unserem Lebensumfeld nicht nur als einen wichtigen Schattenspender, sondern als wohltuenden Aufenthaltsort.

Vergessen scheinen aber dann im Herbst ganz plötzlich die positiven Funktionen von Bäumen, Grünanlagen und Sträuchern, wenn es um herabfallendes Laub oder die generelle Pflegearbeit bei den Grünanlagen geht.

 

Ausgewogenheit zwischen Versiegelung und Grünstruktur

Gerade in den Wohnbereichen unserer großen Orte Maisach und Gernlinden nehmen der Baumbestand und die Anzahl unversiegelter Grünbereiche durch eine stärkere bauliche Verdichtung stetig ab.

Dieser schleichende Prozess findet leider nicht die Wahrnehmung, die erforderlich wäre. Vielfach ist die Überlegung, dass ein oder mehrere stark versiegelte Grundstücke ohne Grünstruktur innerhalb eines Wohnquartiers dabei nicht ins Gewicht fallen.

Erst wenn innerhalb eines Wohnquartiers in nahezu allen Grundstücken die gleiche Verdichtung und Versiegelung stattgefunden hat, werden der nachhaltige Verlust und die wohnklimatischen Veränderungen erkennbar.

 

Verlust von Wohn-und Lebensqualität vermeiden

Dem schleichenden Verlust an Wohn- und Lebensqualität versuchen wir gegenzusteuern im Rahmen einer nachhaltigen Überplanung von Baugebieten und einer intensiven Abwägung bei Einzelvorhaben.

Je stärker der Nachverdichtungsdruck und der allgemeine Baudruck werden, umso größer wird die städtebauliche Verantwortung für Verwaltung, Bürgermeister und Gemeinderat.

Dabei sehe ich unsere Verantwortung nicht darin, möglichst viele Menschen auf einem Grundstück unterzubringen, sondern die richtige Antwort zu finden auf die Frage, welchen Ortscharakter und welche Qualität an Lebensraum möchten wir gestalten und den nachfolgenden Generationen hinterlassen.

 

Perspektiven und ein klares Ziel aufzeigen

Hohe Grundstückspreise, gesellschaftliche Veränderungen, aber auch infrastrukturelle Gründe erschweren die Entscheidungen und machen manchmal leider nur Kompromisslösungen möglich.

Umso wichtiger ist es, dass wir, die politisch Entscheidenden, eine klare Linie verfolgen, den Weg und das Ziel aufzeigen, was wir ganzheitlich in unseren Orten für die dort lebende Bevölkerung gestalten wollen.

Da sich der Gestaltungsraum im privaten Bereich durch die stärkere Nachverdichtung verringert, ist es umso wichtiger, den öffentlichen Bereichen eine noch stärkere Bedeutung bei der „Durchgrünung“ der Orte zu geben.

Was nicht bedeuten kann, dass die private Verantwortung für die nachhaltige Gestaltung eines Wohnquartiers komplett auf den öffentlichen Bereich verlegt werden soll.

 

Den öffentlichen Raum prägender gestalten

Ein gutes Beispiel für die nachhaltige Gestaltung des öffentlichen Raumes könnte die Maisacher Straße in Gernlinden werden. Die ehemalige Staatsstraße ist nach der Inbetriebnahme der Südumfahrung von Gernlinden zur größten Parkgarage im Ort Gernlinden verkommen.

Das nun angestoßene Begrünungskonzept wird nicht nur den Parkraum ordnen, sondern auch eine nachhaltige Grünstruktur entlang der Straße schaffen.

Hier wird nicht eine funktionierende Straße zerstört, sondern ein in dieser Form nicht mehr benötigter maximaler Verdichtungsraum in Teilen entsiegelt und zur Stärkung der Wohnqualität aufgewertet.

Als einen weiteren positiven Ansatz sehen wir die Neugestaltung des Volksfestplatzes. Neben dem Entstehen einer effizienten Parkanlage werden mehr als 35 Bäume neu gepflanzt, die der jahrelang kargen Kieswüste eine nachhaltige Lebensraumqualität und erstmals eine Aufenthaltsqualität z.B. für Flohmärkte verleihen soll.

Unsere Gemeinde, unsere Orte wachsen und verändern sich, es liegt in unserer Verantwortung die entstehenden Gestaltungsräume und Möglichkeiten im Sinne eines neuen nachhaltig prägenden Ortscharakters zu nutzen.

 

Für die kommenden Julitage wünsche ich Ihnen viel Sonnenschein, den Sie am Wochenende oder nach der Arbeit in einer angenehmen Umgebung genießen können.

Allen Schülerinnen und Schülern viel Vorfreude auf die kommende Ferienzeit.

 

 

 

 

Mit den besten Grüßen aus dem Rathaus

 

 

Hans Seidl

1. Bürgermeister

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