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Gemeinde Maisach  |  E-Mail: info@maisach.de  |  Online: http://www.maisach.de

Bürgermeisterbrief

Bürgermeister_neu_08_15

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

 

die Region um München und auch unsere Gemeinde wächst! Immer mehr Menschen wohnen in den Gemeinden und Städten außerhalb der großen Metropole München.

Mit der Verlagerung des Lebensmittelpunktes in die Umlandregion von München verändern sich aber nicht die Arbeitsplatzangebote, denn diese bestehen und wachsen derzeit weiterhin sehr stark im zentralen Bereich der Landeshauptstadt.

 

Tägliche Fahrt zum Arbeitsplatz bedeutet Freizeitverlust und Umweltbelastung

Die Folge aus den Wanderbewegungen der Menschen durch Umzug aus den Ballungszentren in die ländlichen Regionen, aber dem Verbleib der Arbeitsplätze in den Städten, sind überlastete Straßenverbindungen z.B. auf der B471 und der A 8. Ebenso massive Überlastungen beim öffentlichen Nahverkehrssystem mit den S-Bahnstrecken S3 und S4, das auch an der Grenze der Leistbarkeit steht.

Die Umsetzungspläne, diese Verkehrswege durch einen entsprechenden Ausbau wieder leistungsfähiger zu machen, sind zwar bereits auf den Weg gebracht, dies sollte aber uns, die Gemeinden in der Umlandregion, nicht davon abbringen über die bisherigen Entwicklungsstrategien nachzudenken.

Den Zuzug von Menschen können wir nur bedingt steuern, was wir aber steuern können, ist, einen Teil des Arbeitsplatz- und Ausbildungsplatzangebotes näher zu den Menschen zu bringen.

Damit würde sich der tägliche Weg vom Wohnort zum Arbeitsplatz erheblich reduzieren, was sich nicht nur im Freizeitgewinn für jeden Einzelnen, sondern auch auf den Klimaschutz durch Reduzierung der Umweltbelastung erheblich auswirken würde.

 

Mit dem zunehmenden Pendlerstrom verändert sich die Sozialstruktur negativ

Mit dem immer größer werdenden Pendlerstrom sind auch Teile unserer Gemeinde zu reinen Schlafstätten geworden.

Was erhebliche Auswirkungen auch auf unsere Sozialstrukturen zur Folge hat. Ehrenamtliche Tätigkeiten sind nach einem langen Arbeitstag und ein bis zwei Stunden Fahrzeit für den Arbeitsweg für viele nicht mehr leistbar.

Zunehmend schwindet notgedrungen deshalb auch die Bereitschaft zur Unterstützung von Sportvereinen, sozialen Einrichtungen oder kulturellen Vereinen.

Langfristig bedeutet dies einen erheblichen Verlust an Angeboten in unserer Gemeinde, da die Gemeinde ein vergleichbares Angebot auch bei größtmöglichem finanziellem Einsatz nicht aufrechterhalten kann.

 

Brand- und Rettungseinsätze ohne ausreichende Hilfskräfte schwer leistbar

Sehr deutlich zeigt sich die Entwicklung zur Pendlergemeinde bei der Tagesausrückstärke unserer freiwilligen Feuerwehren.

Für unsere ehrenamtlich freiwillig tätigen Feuerwehrfrauen und -männer bedeutet ein Arbeitsplatz in München, oder zumindest außerhalb der Gemeinde, dass die Verfügbarkeit während des Tages bei Brand- und Rettungsfällen oft nicht gegeben ist.

Wenn wir nur zehn Jahre zurückblicken, so gab es damals in fast allen Orten unserer Gemeinde noch viele landwirtschaftliche Vollerwerbsbetriebe, deren Betriebsleiter oder Söhne einen nicht unwesentlichen Teil der Einsatzkräfte untertags stellten.

Auch die Anzahl der örtlichen Handwerksbetriebe mit der gleichen Einsatzbereitschaft hat sich erheblich reduziert.

Ein Beispiel ist der Ort Germerswang mit seinen über 1000 Einwohnern mit nur noch drei landwirtschaftlichen Betrieben am Ort und im vergangenen Jahr hat auch noch der letzte am Ort tätige Handwerksbetrieb geschlossen.

 

Mehr Arbeitsplätze zu den Menschen nicht mehr Menschen zu den Arbeitsplätzen bringen

Pendlerorte mit der Tendenz zur Schlafstadt sind ein gesellschaftlicher und sozialer Niedergang und damit auch ein Identitätsverlust.

Die Schaffung von einem breiten Spektrum an Arbeitsplätzen in den Orten der Gemeinde wirkt diesem negativen Trend entgegen.

Unser Ziel „Leben und Arbeiten in unserer Gemeinde“ beschreibt einen Weg, der uns helfen wird, nicht zum „gesichtslosen Schlafsaal“ der Stadt München zu verkommen, sondern weiterhin eine lebendige Gemeinschaft mit einem guten ehrenamtlichen Fundament bleiben zu können.

 

Anspruch und Akzeptanz als Grundlage für eine gute Entwicklung

Deshalb werbe ich auch unter unseren Mitbürgerinnen und Mitbürgern für die beste Akzeptanz unserer Handwerkwerks-Dienstleistungs- und Gewerbebetriebe.

Sie tragen nicht nur mit ihrer Gewerbesteuer zur positiven Entwicklung unserer Gemeinde bei, sondern bieten ortsnahe Arbeitsplätze, die in vielfältiger Weise unsere Orte lebendig und zukunftsfähig machen.

Darüber hinaus bin ich der Überzeugung, dass bei einer umfangreicheren Begrünung von Gewerbegebieten nicht nur deren Qualität, sondern auch die Akzeptanz in der Bevölkerung steigt.

Verstärkt müssen wir bei weiteren gewerblichen Entwicklungen darauf drängen, dass diese Betriebe den örtlichen, ehrenamtlichen Feuerwehrdienst und eine Vereinstätigkeit akzeptieren und auch unterstützen.

Bei allen Betrieben, die das bereits tun, möchte ich mich sehr herzlich bedanken, ebenso bei allen ehrenamtlich Tätigen, die trotz eines Arbeitsplatzes außerhalb der Gemeinde die Zeit finden, unsere Gemeinschaft und die Angebote in vielfältiger Weise zu unterstützen.

 

 

 

Mit den besten Grüßen aus dem Rathaus

 

Hans Seidl

1. Bürgermeister

 

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