Bürgermeisterbrief

 

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

 

die sonnigen Tage der letzten Wochen lassen darauf hoffen, dass uns auch der Monat August viele schöne Tage schenkt. Ein Regenschauer zwischendurch kann bei einer anhaltenden Schönwetterperiode aber sehr erholsam für Mensch und Natur sein. Nicht nur erholsam, sondern lebensnotwendig sind die Niederschläge für unsere Natur.

 

Lebendige Schattenspender brauchen Pflege und Akzeptanz

An den sonnigen Tagen erfreuen wir uns auch an den schattigen Plätzen im Biergarten, auf den Liegewiesen am Wasser oder einfach nur im eigenen Garten. Häufig sind die Bäume und Sträucher in unseren Gärten, den öffentlichen Anlagen oder in der freien Natur die Schattenspender, die wir gerne aufsuchen. Diese schöne Zeit sollte in Erinnerung gerufen werden, wenn sich so mancher im Herbst über das herabfallende Laub und die damit verbundene zusätzliche Arbeit ärgert.

 

Unser gemäßigtes Lebensraumklima können wir nur durch einen ausgewogenen Grünflächenanteil und eine ausreichende Anzahl an Bäumen und Sträuchern, besonders innerhalb der besiedelten Bereiche, erhalten oder sogar verbessern. In den letzten Jahren ist erkennbar, dass gerade auch in unserer Region die extremen Wettersituationen zunehmen. Lange Trockenperioden unterbrochen durch zwar kurze, aber sintflutartige Regenfälle sind keine Seltenheit mehr. Beiden extremen Situationen gilt es auch in der gemeindlichen Ortsentwicklung, bei der Bebauung und Nachverdichtung, Rechnung zu tragen.

 

Regenwasser ist wertvoll und sollte nicht ins Kanalsystem

Auch die steigende Anzahl von Starkregenereignissen macht ein Umdenken bei Planung von Straßen- und Grundstücksentwässerungen erforderlich. Die Gemeinde muss hier vorausschauend handeln. Je stärker ein Grundstück versiegelt wird, umso mehr Wasser muss über Kanalsysteme abgeleitet und zu den ortsnahen Flüssen transportiert werden. Teure und aufwendige Systeme müssen geschaffen, erhalten und auch finanziert werden. Schon jetzt ist in manchen Wohnquartieren erkennbar, dass das bestehende Entwässerungssystem aufgrund der Nachverdichtung technisch die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit erreicht hat und deshalb ausgebaut werden muss.

 

Lebensraum Wasser

In einer der letzten Gemeinderatssitzungen war der Zustand unserer Bäche und Flüsse ein Thema. Schon seit Jahrzehnten arbeitet die Gemeinde Maisach auf Initiative unseres Umweltbeauftragten Eugen Bachhuber daran, die Wasser- und Uferqualität zu verbessern. Dass der Lebensraum Wasser einen hohen Standard hat, dazu können viele Ebenen, aber auch jeder persönlich viel beitragen. Einerseits halte ich es für sehr gut, dass der Freistaat Bayern hier auf die Freiwilligkeit und damit auf das Verantwortungsbewusstsein von uns allen setzt. Anderseits darf dadurch der qualitative Erhalt oder die Gesundung unserer Gewässer nicht zu beliebig werden.

 

Konsequentes Handeln bringt den nötigen Erfolg

Verantwortungsbewusstes Handeln bedeutet auch Veränderung, manchmal sogar Einschränkungen zu forcieren und mitzutragen. Deshalb freue ich mich, dass alle Parteien und die Wählergemeinschaft in unserer Gemeinde dem Bienenschutz und damit dem Erhalt von viel Grün- und Blühflächen sowie dem hohen Schutz unserer Uferrandstreifen die gleiche Priorität einräumen wie dem Schutz unseres Trinkwassers.

In der Konsequenz des politischen Handelns bedeutet aktiver Klimaschutz die Vermeidung von Schadstoffen, gute energetische Konzepte, Einsparung von Energie, aber insbesondere den Erhalt der Grünstruktur in unseren Orten.

 

Ich bin überzeugt, wir alle erfreuen uns an der Natur und allem, was uns dort an Lebensgrundlagen und Lebensqualität geschenkt wird. Dafür müssen wir aber auch bereit sein, ernsthaft am Erhalt mitzuwirken - für unsere und die folgenden Generationen. Wenn Sie diese Gedanken in den schönen Sommer mitnehmen, würde ich mich sehr darüber freuen.

 

Ich wünsche allen einen erholsamen Urlaub und schöne Ferien sowie den Werktätigen Entspannung nach der Arbeit. Zum Abschluss danke ich allen Vereinen, die sich wieder am Ferienproramm beteiligen und damit vielen Kindern eine schöne, abwechslungsreiche Zeit ermöglichen.

 

Einladen darf ich Sie alle zur Maisacher Festwoche ab dem 24. August. Gemütlichkeit und Unterhaltung stehen dabei im Vordergrund und tragen zum guten Miteinander in unserer Gemeinde bei.

  

Mit den besten Grüßen aus dem Rathaus

 

Hans Seidl

Erster Bürgermeister

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